Mars

Am 23. Februar 2025 ist mir mein erstes gelungenes Bild vom Mars geglückt. Für eine möglichst große Abbildung arbeitete ich mit dem C925 und Barlow bei einer effektiven Brennweite von ungefähr 5.100 mm. Ganz ideal war der Zeitpunkt nicht: Die Opposition war bereits vorbei und das Seeing nur mäßig.

Fünf Wochen nach der Opposition

Die Marsopposition 2025 fand am 16. Januar statt. Sie gehörte zu den relativ weiten Oppositionen; Mars war dabei ungefähr 96 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Meine ursprüngliche Einschätzung, dass Mars 2025 selbst zur Opposition vergleichsweise weit entfernt war, war damit richtig.

Viele kurze Videoframes statt langer Einzelbelichtungen

Planetenfotografie funktioniert völlig anders als meine Deep-Sky-Aufnahmen. Hier entstanden 25 kurze Videos; aus jedem wurden nur die qualitativ besseren Frames weiterverarbeitet. Das Ziel ist nicht lange Gesamtbelichtung, sondern möglichst viele kurze Momente mit günstiger atmosphärischer Ruhe einzufangen.

Die Opposition 2025 brachte Mars auf rund 96 Millionen Kilometer heran

Meine Aufnahme fällt in die Oppositionsperiode Anfang 2025. Am 16. Januar stand Mars der Sonne am Himmel gegenüber und war dadurch die ganze Nacht günstig sichtbar. Die Entfernung zur Erde lag in dieser Phase in der Größenordnung von 96 Millionen Kilometern. Der scheinbare Planetendurchmesser war damit deutlich größer als in ungünstigeren Jahren, blieb aber viel kleiner als Jupiter oder Saturn.

In meinem Bild sind die dunkleren Albedostrukturen auf der Scheibe nur dann klar, wenn das Seeing für kurze Momente ruhig wird. Mars besitzt keine scharfen „Kontinente“ im fotografischen Sinn; wir sehen Kontraste aus dunklerem Oberflächenmaterial, hellerem Staub sowie je nach Saison Wolken und Polkappen.

Lucky Imaging ist bei Mars besonders kompromisslos

Die Rotation des Planeten beträgt nur gut 24,6 Stunden. Über längere Aufnahmezeiten verändert sich deshalb die sichtbare Oberfläche messbar. Gleichzeitig braucht man Tausende kurze Frames, um die besten Seeing-Momente auswählen zu können. Die Aufnahmezeit pro Videosequenz ist daher ein Kompromiss: lange genug für genügend gute Frames, kurz genug, damit die Rotation Details nicht verwischt.

Für mich ist der Planet deshalb ein völlig anderes Aufnahmeproblem als ein Deep-Sky-Objekt. Mehr Stunden helfen nicht automatisch; entscheidend sind einzelne Minuten mit guter Atmosphäre, sauberem Fokus und korrektem Sampling.

Die sichtbare Planetenseite hängt außerdem von der zentralen Marslänge zum Aufnahmezeitpunkt ab. Deshalb vergleiche ich Details nicht nur mit anderen Fotografien, sondern mit einer Ephemeridenkarte für exakt diese Zeit. Nur so lässt sich entscheiden, ob eine dunkle Struktur tatsächlich zu Syrtis Major, Mare Cimmerium oder einer anderen Albedoregion gehört.

Fünf Wochen nach der Opposition schrumpfte die Mars-Scheibe bereits wieder

Nach der Opposition entfernten sich Erde und Mars wieder voneinander, sodass der scheinbare Durchmesser bis zu meiner Aufnahme am 23. Februar bereits kleiner geworden war als Mitte Januar. Bei einer effektiven Brennweite von etwa 5.100 mm zählt deshalb jedes brauchbare Seeing-Fenster: Weniger Winkeldurchmesser bedeutet, dass dieselben Oberflächenstrukturen auf weniger Kamerapixel verteilt werden. Eine Barlow kann den Abbildungsmaßstab erhöhen, aber keine Information ersetzen, die Atmosphäre und Teleskopauflösung nicht liefern.

Gerade deshalb bewerte ich die Aufnahme nicht nur danach, wie „groß“ Mars im fertigen Bild aussieht. Entscheidend ist, ob dunkle Albedostrukturen, helle Wolken- oder Polkappenbereiche über viele gestackte Frames stabil bleiben. Diese Stabilität ist für mich der bessere Hinweis auf reale Planetendetails als eine besonders aggressive Nachschärfung.

Zuletzt recherchiert: 23.08.2026

Quellen & Recherche

Zuletzt recherchiert: 23.08.2026

  1. Verwendet für: Radius, Sonnenentfernung, Rotation, Jahr, Atmosphäre und rote FarbeAbruf: 23.08.2026
  2. Verwendet für: Opposition am 16.01.2025Abruf: 23.08.2026
  3. Verwendet für: 2025er Opposition als eine der entfernteren Oppositionen; etwa 59,7 Mio. Meilen / 96 Mio. kmAbruf: 23.08.2026Öffentliche Beobachtungs-/Ephemeridenquelle; nur für den zeitabhängigen Oppositionskontext 2025.

Aufnahme und Technik

Aufnahmedatum / Zeitraum
23.02.2025
Aufnahmeort
Filderstadt, Bortle 5
Belichtungsangaben
Seeing: mäßigAufnahmedauer: 25 Videos à 2 min; je Video Bilder bis 25 % Qualität verwendetBelichtungszeit je Bild: 2,0 msGain: 168; 8 BitUSB-Traffic: 0; Highspeed: anFPS: ca. 280; ROI: ca. 300 × 300
Teleskop / Optik
Celestron EdgeHD 9,25″ mit 2×-Barlow, ca. 5.100 mm
Kamera
QHY5III585C
Bildbearbeitung
AutoStakkert!; PixInsight; WinJUPOS; WaveSharp