Mond vom 05.03.2026

Zweiteiliges Mosaik des fast vollen Mondes vom 05.03.2026, gezeigt als hochaufgelöste Luminanzaufnahme und als farbverstärkte Fassung mit übertragenen Oberflächenfarben.

Knapp sieben Jahre nach meinem letzten Mondbild habe ich mich am 05.03.2026 mit anderem Equipment und deutlich mehr Erfahrung erneut an den Mond gesetzt. Eigentlich sollte es nur ein Test werden. An meinem Celestron EdgeHD 9,25″ war gerade die QHY268M mit Filterrad montiert, deshalb beschränkte ich mich auf Luminanzaufnahmen. Bei 2.350 mm Brennweite passte der Mond nicht komplett auf den Sensor; ich musste zwei Panels aufnehmen und anschließend zu einem Mosaik zusammensetzen.

Zwei Panels, jeweils nur ein Teil der 153 Bilder

Pro Mosaikfeld nahm ich 153 Einzelbilder mit 0,0075 Sekunden Belichtungszeit auf. Davon verwendete ich jeweils 56 Frames für den Stack in AutoStakkert!; die weitere Bearbeitung erfolgte in PixInsight. Das Seeing war eher durchschnittlich. Gerade bei hoher Brennweite ist deshalb die Auswahl der schärferen Einzelbilder entscheidend: Die theoretische Auflösung des Teleskops hilft wenig, wenn jeder Frame von der Luftunruhe anders verformt wird.

Der Mond war nur wenige Tage nach Vollmond noch sehr stark beleuchtet. Dadurch fehlt über weite Teile der Scheibe die dramatische Schattenwirkung eines ausgeprägten Terminators. Für mich war das hier aber kein Nachteil, weil die Aufnahme nicht primär auf einzelne Kraterreliefs zielte. Bei der nahezu frontalen Beleuchtung treten großflächige Albedo- und Farbunterschiede stärker als grafisches Muster hervor.

Die Farbe stammt aus meinem eigenen Bild von 2019

Nach der Luminanzbearbeitung kam mir die Idee, die Farbinformation meines Mondbildes von 2019 auf die neue, deutlich detailreichere Aufnahme zu übertragen. In PixInsight funktionierte das wegen anderer Brennweite, Drehung, Bildgeometrie und Bedeckung nicht zufriedenstellend. Deshalb habe ich die Aufgabe schließlich an ChatGPT übertragen. Die geometrische Anpassung und Farbübertragung funktionierte überraschend gut.

Weil sowohl die Luminanz von 2026 als auch das Farbbild von 2019 von mir stammen, betrachte ich die kombinierte Fassung nicht als „Fälschung“. Trotzdem ist mir die wissenschaftliche Bezeichnung wichtig: Es ist eine farbverstärkte fotografische Darstellung und keine spektroskopisch oder photometrisch kalibrierte Mineralienkarte.

Reale Mondfarben sind subtil – ihre Verstärkung kann Zusammensetzung betonen

NASA-Aufnahmen von Galileo und dem Lunar Reconnaissance Orbiter zeigen, dass die Mondoberfläche tatsächlich messbare spektrale Farbunterschiede besitzt. Dunkle Marebasalte enthalten im Mittel mehr Eisen als die hellen Hochländer; innerhalb der Maria kann zusätzlich der Titangehalt die Farbe beeinflussen. Titanreichere Basalte erscheinen in bestimmten Falschfarbenverarbeitungen blauer, titanärmere Einheiten eher orange. Solche Unterschiede sind real, im normalen visuellen Eindruck aber viel schwächer als in stark gesättigten „Mineral Moon“-Bildern.

Das ist für meine 2026er Farbfassung eine wichtige Grenze. Die übertragenen Farben können vorhandene großräumige Unterschiede plausibel hervorheben, erlauben aber keine direkte quantitative Aussage wie „dieses Pixel enthält genau so viel Titan“. Dafür wären kalibrierte Aufnahmen in definierten Spektralbändern und eine photometrische Auswertung nötig. Die Bildwirkung und die wissenschaftliche Messung sind zwei verschiedene Dinge.

Luminanz und Farbe erfüllen hier bewusst verschiedene Aufgaben

Die 2026er Daten liefern die feine Struktur: Kraterränder, Strahlensysteme, Maregrenzen und kleine Helligkeitsunterschiede stammen aus dem neuen Luminanzmosaik. Die ältere Aufnahme liefert dagegen nur die chromatische Information. Gerade weil das 2019er Bild sichtbar weniger Detailschärfe besitzt, war diese Trennung für mich reizvoll – ich konnte seine Farbe nutzen, ohne seine geringere räumliche Auflösung zum begrenzenden Faktor zu machen.

So sind am Ende zwei Fassungen desselben Beobachtungsabends entstanden. Die reine Luminanz zeigt, was Teleskop, Kamera, Seeing und Stacking 2026 tatsächlich an Struktur geliefert haben. Die farbverstärkte Version ergänzt eine zweite Ebene und macht sehr schwache Oberflächenfarbunterschiede sichtbar. Für mich ist der Vergleich interessanter als der Versuch, eine der beiden Fassungen zur einzig „richtigen“ Version zu erklären.

Zuletzt recherchiert: 23.08.2026

Quellen & Recherche

Zuletzt recherchiert: 23.08.2026

  1. Verwendet für: Mondgröße und mittlere EntfernungAbruf: 23.08.2026
  2. Verwendet für: Falschfarben, Oberflächenzusammensetzung und Titan-KontrastAbruf: 23.08.2026
  3. Verwendet für: Subtile reale Farbunterschiede, Einfluss von Eisen/Titan und Notwendigkeit multispektraler KalibrierungAbruf: 23.08.2026
  4. Verwendet für: Vollmond am 03.03.2026 und Einordnung der Aufnahme vom 05.03. als kurz danach abnehmender MondAbruf: 23.08.2026

Aufnahme und Technik

Aufnahmedatum / Zeitraum
05.03.2026
Aufnahmeort
Filderstadt, Bortle 5
Belichtungsangaben
Beleuchtung: 97,4 %Höhe: ca. 37°Seeing: nicht optimal, eher durchschnittlichBelichtungszeit: 0,0075 sMosaik: 2 Panels mit je 56 gestackten Bildern aus jeweils 153 AufnahmenGain: 0
Teleskop / Optik
Celestron EdgeHD 9,25″, 2.350 mm f/10
Kamera
QHY268M
Filter
Antlia L
Bildbearbeitung
AutoStakkert!; PixInsight

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