M31 – Andromeda-Galaxie
Die Andromedagalaxie passt mit ihrer enormen scheinbaren Ausdehnung nicht sinnvoll in ein einzelnes Bildfeld meines damaligen Setups. Deshalb habe ich die Aufnahme als Mosaik aus vier Feldern aufgebaut. Das zusammengesetzte Bild besitzt fast 80 Millionen Pixel – gerade bei M31 lohnt es sich, die große Originalansicht zu öffnen und entlang der Staubbänder, Sternentstehungsgebiete und Begleitgalaxien durch das Bild zu wandern.
Vier Felder für eine Galaxie von rund drei Grad
M31 liegt etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und ist die nächstgelegene große Galaxie zur Milchstraße. Ihre sichtbare Scheibe erstreckt sich am Himmel über ungefähr drei Grad, also etwa sechs Vollmonddurchmesser. In meinem Mosaik wird dadurch etwas anschaulich, das beim Blick mit bloßem Auge leicht verloren geht: Der helle Zentralbereich ist nur ein kleiner Teil der gesamten Galaxie. Weit außen ziehen dunkle Staubbänder durch die Scheibe, dazwischen liegen bläulichere junge Sternpopulationen und zahlreiche H-II-Regionen.
Beim Zusammenfügen der vier Panels musste ich vor allem darauf achten, dass Hintergrund und Helligkeitsverlauf über die Feldgrenzen hinweg gleichmäßig bleiben. Gleichzeitig durfte der sehr helle Kern nicht die schwächeren Außenbereiche dominieren. In der großen Datei lassen sich diese Übergänge viel besser beurteilen als in der verkleinerten Webansicht.
M32 und M110 stehen im selben Bild – wirken aber völlig verschieden
Die beiden bekannten Begleitgalaxien M32 und M110 liegen ebenfalls im Mosaik. M32 erscheint kompakt und mit hoher Flächenhelligkeit, M110 deutlich diffuser und ausgedehnter. Gerade dieser Unterschied war bei der Bearbeitung wichtig: Ein Stretch, der M32 problemlos zeigt, kann die äußeren Bereiche von M110 noch fast verschwinden lassen.
Aktuelle Hubble-Panoramen von M31 lösen hunderte Millionen Sterne auf und zeigen, wie unterschiedlich die Populationen innerhalb der Scheibe verteilt sind. Für meine Aufnahme bedeutet das nicht, dass einzelne Sterne in M31 aufgelöst wären; sichtbar wird vielmehr die großräumige Struktur, in der sich Staub, Sternentstehungsgebiete und ältere Sternpopulationen abwechseln.
Auch die Zukunft mit der Milchstraße ist nicht mehr so eindeutig
Über Jahre wurde die spätere Kollision von Andromeda und Milchstraße fast als Gewissheit dargestellt. Eine 2025 veröffentlichte Analyse mit Hubble- und Gaia-Daten, die auch M33 und die Große Magellansche Wolke berücksichtigt, kommt dagegen nur noch auf ungefähr 50 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Kollision innerhalb der nächsten zehn Milliarden Jahre. Ein naher Vorbeiflug ohne direkte Verschmelzung bleibt möglich.
Diese Änderung gefällt mir als Beispiel dafür, warum die wissenschaftlichen Angaben auf meiner Seite nicht statisch bleiben sollen: Das Bild verändert sich nicht, wohl aber die Interpretation auf Grundlage besserer Messungen. Bei rund 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung sehen wir M31 ohnehin so, wie sie vor 2,5 Millionen Jahren aussah; ihre zukünftige Bahn lässt sich nur aus heutigen Bewegungsmessungen und Modellen ableiten.
Die Staubbänder zeigen, dass M31 keine glatte Lichtellipse ist
Im Mosaik laufen mehrere dunkle Staubbänder parallel zu den helleren Sternzonen durch die Andromedagalaxie. Sie werden auf der uns zugewandten Seite besonders deutlich, weil sie vor dem Licht der Scheibe liegen. Bei der Bearbeitung muss ich deshalb aufpassen, diese dunklen Bögen nicht als Gradienten wegzukorrigieren. Gerade über vier Felder hinweg ist ihre Kontinuität ein guter Hinweis darauf, dass es reale galaktische Strukturen sind und keine Unterschiede zwischen den einzelnen Mosaiksegmenten.
Aufnahmeplanung für Baden-Württemberg
Berechnung aus den Objektkoordinaten; berücksichtigt astronomische Dunkelheit und die Höhe über dem Horizont.
Aufnahme und Technik
- Aufnahmedatum / Zeitraum
- 02.04.2021, 03.04.2021, 04.04.2021
- Aufnahmeort
- Filderstadt, Bortle 5
- Gesamtbelichtungszeit
- 36 h 55 min
- Belichtungsangaben
- In der Summe 36h 55min 235 x 300s RGB ohne Filter u nd 208 x 300s mit Optolong L-eXtreme Schmalbandfilter für die Ha-GebieteFeld 1 : 58 x 300s ohne Filter + 49 x 300s mit Optolong L-eXtreme Schmalbandfilter für die Ha-GebieteFeld 2 : 58 x 300s ohne Filter + 53 x 300s mit Optolong L-eXtreme Schmalbandfilter für die Ha-GebieteFeld 3 : 58 x 300s ohne Filter + 52 x 300s mit Optolong L-eXtreme Schmalbandfilter für die Ha-GebieteFeld 4 : 61 x 300s ohne Filter + 54 x 300s mit Optolong L-eXtreme Schmalbandfilter für die Ha-Gebiete
- Teleskop / Optik
- Lacerta Newton 8″ f/4, 800 mm
- Kamera
- QHY268C
- Filter
- Kein Filter
- Korrektor / Reducer
- GPU 2″ Komakorrektor
- Montierung
- Sky-Watcher EQ-AZ 6
- Bildbearbeitung
- PixInsight
