M51 – Whirlpool-Galaxie
Die gezeigte Fassung von M51 ist ein Ausschnitt meines ursprünglichen Bildfelds. Dadurch rücken die beiden Galaxien und vor allem die ausgeprägten Spiralarme stärker in den Mittelpunkt. Die Aufnahme entstand an vier Nächten im März 2021 mit 156 Einzelbelichtungen zu je 300 Sekunden. Rechnerisch sind das exakt 13 Stunden Gesamtbelichtungszeit – die frühere Angabe von 15 Stunden war falsch und ist korrigiert.
Die beiden Spiralarme sind ungewöhnlich klar organisiert
M51, auch NGC 5194, liegt nahezu von vorn vor uns. NASA gibt rund 31 Millionen Lichtjahre Entfernung, etwa 8,4 mag visuelle Helligkeit und einen Durchmesser von ungefähr 87.000 Lichtjahren an. In meinem Ausschnitt lässt sich deshalb sehr direkt verfolgen, wie dunkle Staubbahnen an den Innenseiten der beiden Hauptarme entlanglaufen und dazwischen helle Sternentstehungskomplexe sitzen. Gerade diese klare Zweiteilung macht M51 zum klassischen Beispiel einer Grand-Design-Spiralgalaxie.
Beim Stretch wollte ich die schwächeren Außenarme sichtbar halten, ohne den hellen Kern und die hellsten Knoten zu stark zu komprimieren. Der engere Ausschnitt unterstützt genau diese Bildidee: weniger Umfeld, dafür mehr Aufmerksamkeit für Staubbänder, Armsegmente und die Verbindung zum Begleiter.
NGC 5195 ist nicht nur ein dekorativer Nachbar
Die kleinere Galaxie NGC 5195 steht scheinbar am Ende eines Spiralarms und liegt aus unserer Sicht teilweise hinter der Scheibe von M51. Beide Systeme wechselwirken gravitativ. Diese Wechselwirkung verändert die Scheibe von M51 und verstärkt die großräumigen Dichtewellen, die mit der auffälligen Spiralstruktur und zahlreichen jungen Sternregionen verbunden sind. Eine helle Überlagerungs- beziehungsweise Brückenzone zwischen beiden Galaxien ist auch in meiner Aufnahme erkennbar.
Ich verzichte dabei bewusst auf frühere sehr konkrete Angaben zu einzelnen Vorbeiflugzeiten oder exakten Abständen, weil dynamische Modelle unterschiedliche Begegnungsgeschichten zulassen. Für das Bild ist die belastbare Aussage wichtiger: NGC 5195 befindet sich nicht zufällig dort, sondern ist ein wesentlicher Teil der heutigen Morphologie des Systems.
Die kleinen hellen Knoten sind physisch riesige Regionen
Entlang der Spiralarme fallen in meiner Aufnahme viele kleine helle Verdichtungen auf. Ein Teil davon sind junge Sternhaufen und H-II-Komplexe. Sie liegen nicht gleichmäßig über die Scheibe verteilt, sondern konzentrieren sich in bestimmten Armabschnitten. Bei der Farbbearbeitung versuche ich deshalb, den Kontrast zwischen bläulicheren jungen Populationen, rötlicheren Emissionsregionen, gelblicherem Kern und dunklen Staubbahnen zu erhalten, ohne durch globale Sättigung alles auf denselben Farbeindruck zu ziehen.
Bei rund 31 Millionen Lichtjahren Entfernung entspricht schon eine Bogensekunde mehr als hundert Lichtjahren. Strukturen, die auf meiner Aufnahme nur sehr schmal erscheinen, umfassen daher komplette Sternassoziationen und Gaswolken. Dieser Maßstab ist für mich beim Hineinzoomen fast ebenso faszinierend wie die bekannte Gesamtform.
13 Stunden aus Filderstadt für ein dynamisches Galaxienpaar
Die Daten entstanden mit meinem 800-mm-f/4-Newton und der QHY268c in Filderstadt. Der UHC-S-Filter half unter dem dortigen Himmel, verlangte aber eine sorgfältige Farbbearbeitung. Dass sich trotz der Bedingungen Staubbahnen, Armknoten und die Struktur um NGC 5195 herausarbeiten lassen, ist für mich an dieser Aufnahme bis heute interessant. Besonders spannend bleibt für mich die konkrete Wechselwirkung zwischen NGC 5194 und NGC 5195 und das, was davon in meinem Bild über Staubbahnen, Armknoten und die Brückenzone sichtbar wird.
Im Arm verläuft Sternentstehung systematisch hinter den Staubbahnen
Hubbles detaillierte M51-Darstellungen zeigen das klassische Muster einer Dichtewelle besonders anschaulich: Diffuses Gas wird beim Eintritt in den Spiralarm verdichtet, dunkle Staubbahnen markieren die komprimierten Wolken, anschließend erscheinen helle H-II-Regionen und junge blaue Sternhaufen. In meinem Bild kann ich diese Abfolge nicht überall sauber auflösen, aber an den kräftigsten Armsegmenten liegt sie bereits in derselben geometrischen Reihenfolge. Das macht die Staubbänder für mich zu mehr als bloßen Kontrastlinien innerhalb einer dekorativen Spirale.
Aufnahmeplanung für Baden-Württemberg
Berechnung aus den Objektkoordinaten; berücksichtigt astronomische Dunkelheit und die Höhe über dem Horizont.
Aufnahme und Technik
- Aufnahmedatum / Zeitraum
- 07./08./23./24.03.2021
- Aufnahmeort
- Filderstadt, Bortle 5
- Gesamtbelichtungszeit
- 13 h 00 min
- Belichtungsangaben
- 156 × 300 s RGB
- Teleskop / Optik
- 8'', f/4 Newton Omegon Astrograph, 800 mm
- Kamera
- QHY268c
- Filter
- Baader UHC-S (L-Booster), UV/IR-Cut
- Korrektor / Reducer
- GPU 2'' Komakorrektor
- Montierung
- Skywatcher EQ-AZ 6
- Bildbearbeitung
- PixInsight mit BXT, GHS
