Ausstellung
Filderstadt blickt ins Weltall
Astrofotografien in der Treppenhausgalerie der vhs Filderstadt vom 8.03. bis 17.05.2024.
Gezeigte Astrofotografien

Sh 2-101 – Tulpennebel
Der Tulpennebel war mein erstes SHO-Bild mit der damals neuen Monokamera QHY268m PH. Auf der Seite bleiben deshalb bewusst zwei Fassungen erhalten: die strukturbetonte Hubble-/SHO-Version und darunter die HaRGB-Darstellung in deutlich natürlicherer Farbwirkung.

M16 – Adlernebel mit den Säulen der Schöpfung
Die Säulen der Schöpfung im Adlernebel M16 gehören zu den bekanntesten Sternentstehungsgebieten überhaupt. Für meine Aufnahme war das Objekt dennoch eine echte Geduldsprobe: Von meinem Standort steigt M16 nur etwa 27° hoch, und in den kurzen Sommernächten kamen pro Nacht meist nur zwei bis drei Stunden Belichtungszeit zusammen.

Sh 2-86 mit NGC 6823
Sh 2-86 umschließt den jungen Sternhaufen NGC 6823; die markante Säule im Zentrum erinnert mich an die Säulen der Schöpfung in M16. NGC 6820 wird zwar häufig mit diesem Komplex gleichgesetzt, ist in meiner Aufnahme aber ausdrücklich nicht enthalten.

Sh 2-119 – Muschelschalennebel
Sh 2-119 wird erstaunlich selten fotografiert – für mich unverständlich, weil ich diesen Nebel wunderschön finde. Als ich auf Facebook eine Aufnahme davon sah, war sofort klar, dass ich ihn selbst fotografieren wollte; am Ende stecken knapp 40 Stunden Belichtungszeit darin.

IC 1805 – Herznebel + IC 1795 – Fischkopfnebel
Diese Weitfeldaufnahme verbindet den Herznebel IC 1805 mit der Fischkopfregion IC 1795 und liegt in zwei Bildfassungen vor: als strukturbetonte SHO-Version und als RGB-Fassung. Der gemeinsame Bildausschnitt zeigt zugleich, dass beide Regionen nur projiziert eng zusammenliegen und physikalisch unterschiedlichen Teilen des W3/W4-Komplexes zugeordnet werden.

NGC 1499 – Kalifornianebel
Beim Kalifornianebel habe ich mich bewusst gegen eine natürliche Farbdarstellung entschieden und die Schmalbanddaten in einer Hubble-/SHO-Palette kombiniert. Dadurch treten die langgezogenen Emissionsstrukturen stärker auseinander – auch wenn viele gelb, grün oder orange dargestellte Bereiche in einer RGB-Aufnahme überwiegend rot erscheinen würden.

Hummerscherennebel (SH 2-157) – Blasennebel (NGC 7635) – Höhlennebel (SH 2-155) – Wizardnebel (NGC 7380)
Alle großen Objekte dieses Feldes hatte ich zuvor bereits einzeln oder in anderen Kombinationen aufgenommen. Mit 200 mm Brennweite wollte ich sie deshalb einmal gemeinsam zeigen – und gerade dabei wird deutlich, dass ihre scheinbare Nachbarschaft am Himmel nichts über ihre tatsächlichen Entfernungen aussagt.

IC 2177 – Möwennebel
Der Möwennebel wird gelegentlich auch Papageiennebel genannt – und bei meiner SHO-Entwicklung finde ich diesen Namen ehrlich gesagt passender. Das große Feld zeigt nicht nur die vermeintlichen Flügel und den Kopf, sondern auch mehrere offene Sternhaufen und dunkle Staubbahnen in einem über 200 Lichtjahre großen Sternentstehungskomplex.

Sh 2-114 – Fliegender Drache
Sh 2-114 war für mich ein bewusstes Weitfeld-Experiment: Der „Fliegende Drache“ liegt rechts oben, während die sehr schwache Umgebung das Bild bestimmt. Besonders der OIII-Kanal blieb selbst nach 22 h 45 min so schwach, dass die SHO-Ausarbeitung zum Wagnis wurde.

LDN 1235 – Haifischnebel
LDN 1235 war mein erster Dunkelnebel – und bei der Bearbeitung deutlich schwieriger als erwartet. Mit dem eigentlichen „Haifisch“ bin ich bis heute zufrieden; der fleckige Hintergrund der Luminanzdaten ist dagegen genau die Art von Schwäche, die ich bei späteren Dunkelnebeln besser lösen wollte.

Rho-Ophiuchi-Nebel – Antares-Region
Der Rho-Ophiuchi-Komplex ist mit etwa 390 Lichtjahren eines der nächstgelegenen Sternentstehungsgebiete und verbindet in einem einzigen Feld Dunkelwolken, Reflexionsnebel, Emission, Antares und mehrere Sternhaufen. Für mich hat das Bild zusätzlich einen besonderen Stellenwert: Es war die erste Aufnahme mit meinem Askar 200 mm f/4.

Sh 2-129 und Ou 4 – Fliegende Fledermaus mit Tintenfischnebel
Ou 4 gehört zu den lichtschwächsten Strukturen, die ich bisher aufgenommen habe: Allein für OIII kamen über 30 Stunden Belichtungszeit zusammen. In der Aufnahme liegt der riesige Tintenfisch scheinbar innerhalb von Sh 2-129 – ob beide physisch wirklich zusammengehören, ist wissenschaftlich bis heute nicht endgültig geklärt.

IC 443 – Quallennebel
IC 443 zeigt in Hα und OIII ein unregelmäßiges Netz aus faserigen Stoßfronten, das dem Supernovaüberrest seinen Namen Quallennebel gegeben hat. Die starke Asymmetrie entsteht, weil die expandierende Schockwelle auf sehr unterschiedlich dichtes interstellares Gas trifft.

CTB 1 (ehemals Abell 85) – ein lichtschwacher Supernova-Überrest
CTB 1 ist ein sehr lichtschwacher Supernovaüberrest in der Kassiopeia, dessen offene Schalenstruktur erst mit viel Belichtungszeit deutlich wird. Für mich wurde die Aufnahme mit 45 Stunden 55 Minuten aus 16 Nächten zu einem echten Aufnahmemarathon – gerade deshalb zählt sie zu meinen aufwendigsten Projekten.

Cirrusnebel
Mit der kurzen Brennweite ließ sich erstmals der gesamte Cirrusnebel mit seinen weit auseinandergezogenen Filamenten in einem Bild erfassen. Besonders spannend finde ich den Vergleich mit meinen früheren Detailaufnahmen von NGC 6960 sowie NGC 6992/6995.

Sh 2-240 – Spaghettinebel
Der Spaghettinebel zieht sich mit rund drei Grad Winkelausdehnung über etwa sechs Vollmonddurchmesser am Himmel. In meiner Aufnahme bilden die feinen Hα-Filamente das eigentliche Netz; rechts oben sitzt zusätzlich der kleine rote Emissionsnebel Sh 2-242.

NGC 7293 – Helixnebel
Der Helixnebel steht von Filderstadt aus sehr niedrig, trotzdem habe ich ihn 2022 über neun Nächte aufgenommen. Mit nur rund 199 pc Entfernung ist NGC 7293 zugleich ein nahes Labor für die im Bild sichtbare Hauptschale und den viel schwächeren Außenhalo.

M27 – Hantelnebel
M27 zeigt schon in einer relativ kurzen RGB-Aufnahme seine helle hantelförmige Zentralstruktur deutlich, während schwächere Außenbereiche wesentlich zurückhaltender bleiben. Die 2021er Aufnahme mit 800 mm Brennweite dokumentiert damit vor allem den starken Helligkeitsunterschied innerhalb der expandierenden Gashülle.

M45 – Plejaden
Nach mehr als vier Monaten Wartezeit auf meinen bestellten APO war noch immer kein Liefertermin absehbar. Also entstand „notgedrungen“ noch einmal mit dem 8-Zoll-Lacerta-Newton ein Zweifeld-Mosaik der Plejaden – mit nur 60 Sekunden pro Einzelbelichtung, weil M45 außergewöhnlich hell ist.

M3 – Kugelsternhaufen
M3 ist ein alter, sternreicher Kugelsternhaufen der Milchstraße und wirkt im Bild deutlich kompakter als ein offener Sternhaufen. Besonders auffällig ist seine außergewöhnlich große Population veränderlicher Sterne – mindestens 274 sind bekannt.

NGC 3718 – Balken-Spiralgalaxie
Die stark verbogene Form von NGC 3718 hat mich so begeistert, dass ich sie trotz der für meinen 800-mm-Newton eigentlich zu kleinen Bildgröße unbedingt aufnehmen wollte. Viel Belichtungszeit und ein kräftiger Crop waren der Preis dafür – aber für mich hat sich genau dieses ungewöhnliche Galaxienfeld gelohnt.

M81 – Bodes-Galaxie und M82 – Zigarrengalaxie
M81 und M82 stehen in fast gleicher Entfernung von rund 12 Millionen Lichtjahren, wirken aber völlig unterschiedlich: M81 zeigt eine geordnete Grand-Design-Spirale, während M82 durch eine starke Starburst-Phase und ausströmendes Gas geprägt ist. In meiner Aufnahme stehen beide Galaxien gemeinsam im Feld und machen die Folgen gravitativer Wechselwirkung unmittelbar vergleichbar.

M51 – Whirlpool-Galaxie
M51 ist eine rund 31 Millionen Lichtjahre entfernte Grand-Design-Spiralgalaxie, deren markante Arme durch die Wechselwirkung mit NGC 5195 mitgeprägt werden. Die gezeigte Fassung ist ein Ausschnitt meines Bildes von 2021; 156 Aufnahmen zu je 300 Sekunden ergeben exakt 13 h Gesamtbelichtungszeit.

M101 – Feuerradgalaxie
M101 ist für mich nicht nur wegen ihrer großen, offenen Spiralarme interessant. In derselben Aufnahme konnte ich mit PGC 2487904 erstmals eine extrem weit entfernte Hintergrundgalaxie identifizieren; ein Jahr später wurde M101 durch SN 2023ixf noch einmal zum persönlichen Beobachtungsprojekt.

M31 – Andromeda-Galaxie
M31 ist mit rund 2,5 Millionen Lichtjahren die nächstgelegene große Galaxie zur Milchstraße und erstreckt sich am Himmel über ungefähr sechs Vollmonddurchmesser. Meine Aufnahme ist deshalb als Vier-Feld-Mosaik aufgebaut; das fertige Summenbild kommt auf fast 80 Millionen Pixel und lohnt sich besonders in voller Auflösung.
