Großer Hund (Canis Major)
Großer Hund (Canis Major)
Mythologisches Bild
Das Sternbild Großer Hund zählt zu den eindrucksvollsten Wintersternbildern des Nachthimmels. Es begleitet den mächtigen Himmelsjäger Orion über den südlichen Himmel und beherbergt mit Sirius den hellsten Stern des gesamten Nachthimmels. Doch hinter der auffälligen Erscheinung des Großen Hundes verbirgt sich weit mehr als nur ein heller Stern: gewaltige Emissionsnebel, Sternentstehungsgebiete, offene Sternhaufen und die Spuren massereicher Sterne prägen diese Region unserer Milchstraße.
Für die Astrofotografie gehört das Sternbild zu den faszinierendsten Winterregionen überhaupt.
Schon in der Antike wurde das Sternbild als Hund interpretiert, der dem Jäger Orion über den Himmel folgt. Gemeinsam mit dem Kleinen Hund bilden beide die Jagdbegleiter des Orion. Der Große Hund läuft dabei scheinbar direkt hinter Orion her – mit Sirius als funkelndem Auge des Tieres.
Die Sternbilder Orion, Großer Hund, Kleiner Hund gehören deshalb auch mythologisch eng zusammen.
In der griechischen Mythologie war Orion ein gewaltiger Jäger. Der Große Hund stellte seinen treuen und schnellen Jagdhund dar. Nach verschiedenen Überlieferungen jagte Orion gemeinsam mit seinen Hunden über den Himmel. Die beiden Hunde unterstützten ihn bei der Jagd auf den Stier – dargestellt durch das Sternbild Stier.
Andere Legenden berichten, dass der Große Hund den Hasen verfolgt, welcher durch das Sternbild Hase symbolisiert wird.
Bis heute lässt sich diese Himmelsanordnung gut erkennen:
Orion erhebt sich majestätisch am Winterhimmel,
unter ihm läuft der Große Hund,
vor den Füßen des Orion befindet sich der Hase.
Der hellste Stern des Sternbilds trägt seit Jahrtausenden besondere Bedeutung. Sirius wurde bereits in der Antike als „Hundsstern“ bezeichnet. Sein Name stammt vom griechischen Wort: „Seirios“ = „glühend“ oder „brennend“.
Durch seine enorme Helligkeit und sein starkes Funkeln fiel Sirius den Menschen schon früh auf. Im alten Ägypten spielte Sirius eine zentrale Rolle. Das erste morgendliche Erscheinen des Sterns kurz vor Sonnenaufgang kündigte die jährliche Nilüberschwemmung an – und damit den Beginn eines neuen landwirtschaftlichen Jahres.
Sirius galt deshalb als Stern des Lebens und der Fruchtbarkeit.
Mit einer scheinbaren Helligkeit von −1,46 mag überstrahlt Sirius jeden anderen Stern am Nachthimmel. Die enorme Helligkeit hat mehrere Gründe:
relativ geringe Entfernung von nur etwa 8,6 Lichtjahren,
hohe Eigenleuchtkraft,
und ein heißer Spektraltyp A1V.
Sirius ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem:
Sirius A – ein heißer Hauptreihenstern
Sirius B – ein Weißer Zwerg
Sirius B war historisch von enormer Bedeutung, da er einer der ersten entdeckten Weißen Zwerge überhaupt war.
Der Große Hund liegt direkt im Band der Milchstraße. Deshalb finden sich hier zahlreiche Gas- und Staubwolken. Besonders bekannt sind:
NGC 2359 – der spektakuläre Wolf-Rayet-Nebel „Thors Helm“
Sh2-308 – eine riesige OIII-Blase um einen Wolf-Rayet-Stern
NGC 2362 – ein junger offener Sternhaufen
M41 – einer der schönsten offenen Wintersternhaufen
Gerade die Wolf-Rayet-Nebel zeigen eindrucksvoll die gewaltigen Kräfte massereicher Sterne.:
Das Sternbild zeigt eindrucksvoll, wie aktiv unsere Galaxis tatsächlich ist. Zwischen jungen Sternhaufen, expandierenden Gasblasen und den Überresten massereicher Sterne lassen sich Prozesse beobachten, die über Millionen Jahre hinweg die Entwicklung der Milchstraße prägen.